SPOT Connect – Satellitenempfang für Android Handys

SPOT Connect – Satellitenempfang für Android Handys

Das Smartphone ist für viele heute dauerhafter Begleiter. Und so ist es kaum verwunderlich, dass manche sich nackt fühlen und nervös werden, wenn sie mal keinen Empfang haben. Mit Hilfe der Technik ist aber auch das kein Problem mehr, denn es gibt ja SPOT Connect.


Mit diesem kleinen Gerät lässt sich das Smartphone mit einen Satelliten-Netzwerk verbinden, so dass man auch am Ende der Welt, jenseits jedes Mobilfunknetzes mit anderen in Kontakt bleiben oder aber auch einen Notruf senden kann. Interessant ist SPOT Connect damit also grade für Wanderer oder Skifahrer.

Das Gerät ist rund 100 Gramm schwer und sehr kompakt gebaut, nimmt also nicht viel Platz weg. Via Bluetooth verbindet es sich mit dem Smartphone und ermöglicht an fast jedem Ort der Welt das Senden von SMS, Status-Updates bei Facebook oder Twitter und Hilfemeldungen. Dazu verbindet SPOT Connect das Android-Smartphone mit dem Satelliten-Netz von Globalstar.

Zusätzlich zu SPOT Connect benötigt man noch eine Anwendung, die man herunterladen muss. Dann stehen dem User Funktionen wie SOS, Hilfe, Check-In, Tracking oder Soziale Netze zur Verfügung. In einem Notfall sendet SPOT Connect mit Hilfe der SOS-Funktion ein Notfallsignal mit den GPS-Koordinaten an das GEOS International Emergency Response Coordination Center (IERCC), das wiederum alarmiert die zuständigen Rettungsdienste – weltweit. Ähnlich verhält es sich mit der Funktion „Hilfe“, hier werden die Koordinaten an die Kontakte aus dem Adressbuch gesendet.

Mit der Funktion „Check-In“ kann man eine Nachricht mit den GPS-Koordinaten an Freunde verschicken, es funktioniert ähnlich wie beispielsweise Foursquare. Die Funktion „Tracking“ macht es Kontakten möglich, den Reiseverlauf des Nutzers beinahe in Echtzeit auf Google Maps zu verfolgen. Über das SPOT Connect-Konto kann man sich auch mit Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter verbinden und so aktuelle Status-Updates senden.

Diese ganze Geschichte man einen etwas unangenehmen Beigeschmack von „Big Brother is watching you“ haben – nicht ganz zu unrecht. Ob man als Otto-Normal-User wirklich ein Gerät wie SPOT Connect braucht oder ob man nicht auch mal ein paar Tage ohne ständige Erreichbarkeit auskommt, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Für Outdoor-Sportler wie Wanderer, Skifahrer, Kletterer usw. oder für Abenteuer-Reisende ist SPOT Connect aber eine tolle Sache.

SPOT Connect wird von SPOT LLC hergestellt, einer Tochterfirma des Satellitenbetreibers Globalstar. Das Gerät soll voraussichtlich noch im Januar oder Februar auf den Markt kommen und $170,- (aktuell ca. 125,- EUR) kosten. Dazu kommt noch die Jahresgebühr für Satellitendienste für ungefähr $100,- (aktuell ca. 74,- EUR). Das ist kein Pappenstiel, aber doch noch erschwinglich und wenn es um die eigene Sicherheit geht, eigentlich nicht zu teuer. Die dazugehörige App gibt es bislang nur für Android ab Version 2.0.

5 Gedanken zu “SPOT Connect – Satellitenempfang für Android Handys

  1. die frage ist nur.. was kostet dann die sms, der datenblock oder das gespräch pro minuten? denn diese jahresgebühr ist doch wohl eher mit einer grundgebühr gleich zusetzen..

  2. Das wird unterschieden zwischen Basisdiensten und zusätzlichen Diensten.
    Basisdienste umfassen folgendes:
    SOS, Hilfe anfordern, CHECK/OK (denke das ist unter Satelittentelefonen ein Dienst), Individuelle Nachricht (nehme an das ist SMS), Facebook, Twitter, Spot Adventures.

    Alles was darüber hinaus geht z.B. Telefonate die über SOS und Hilfe anfordern hinaus gehen, wird wohl minutengenau mit dem Satellitenbetreiber Globalstar abgerechnet. Die Preise hier sind aber auch ganz schön gefallen und es ist erschwinglich.

    Würde ich eine Abenteuerreise planen, würde ich mir das definitiv kaufen!

  3. @i-d: Ich glaube Turbine hat nicht ganz verstanden wie du das meinst oder du hast die Produktbeschreibung nicht richtig verstanden. Mit SPOT-Connect gibt es KEINE Internetverbindung im eigentlichen Sinne. Nur Facebook und Twitter-Aktualisierungen sind möglich. Kein Internet-surfen. Du bezahlst also 100$ für

    • Twitter-Updates (In der Zeichenlänge begrenzt, 41 Zeichen, nur eigene Twitter-Updates senden, Updates von anderen „Timeline“ wird nicht zu dir übertragen)
    • Facebook-Updates (In der Zeichenlänge begrenzt, 41 Zeichen, nur eigene Updates senden)
    • CHECK/OK-Dienst („Senden Sie eine vorprogrammierte Nachricht mit Ihrem GPS-Standort an bis zu 10 vorher gespeicherte Kontakte.“ Beispiel )
    • Individuelle Nachricht (Type & Send) wird im folgenden beschrieben: „Type & Send Nachricht (41 Zeichen) oder vorprogrammierte Nachricht (120 Zeichen) an vorher festgelegte Kontakte als SMS, Email oder Twitter. Zusätzliche Kosten für Dienste wie Type & Send.“ Das kostet also zusätzlich pro Nachricht und kann nicht einfach an x-beliebige Empfänger gesendet werden.
    • Telefonie ist überhaupt nicht möglich.

    Ich arbeite Hauptberuflich im Bereich Satellitenkommunikation und kann deshalb berichten, dass kein echter Abenteurer den Spot-Service nutzen wird. Das ist eher ein Lifestyle-Produkt für solche, die sich den Spaß erlauben wollen. Um genau zu sein kann man mit SPOT nur extrem gekürzte Facebook und Twitter-Nachrichten versenden (nicht empfangen!), dazu noch GPS-Tracking das man sich dann später anschauen kann. Das wars auch schon, alles andere kostet extra bzw. ist überhaupt nicht möglich (zum Beispiel telefonieren). Die angesprochenen SOS-Dienste sind bei allen Satelliten-Netzwerken inbegriffen. Wer auf eine echte Abenteuerreise geht wird sich für andere Dienste, zum Beispiel Prepaid-Lösungen (in Deutschland operierender Multiprovider Vizada) von Inmarsat oder Iridium entscheiden. Die Hardware wird gegen eine Gebühr ausgeliehen und sieht in etwa so aus wie das hier gezeigte Spot-Produkt und ist bei Inmarsat (BGAN) ebenfalls via Bluetooth und/oder USB mit dem Endgerät (Smartphone oder Laptop) verbunden. Der Unterschied ist: Echte Internetverbindung inkl. IP-Streaming für Videokonferenzen etc. Bandbreite bis zu 492kbit (schwankend je nach Signalstärke). Damit kann man dann auch mal ein Foto verschicken oder dergleichen. Dazu Telefonie, echte SMS (160 Zeichen) sowie Fax-Dienst. Eine 20MB-Prepaid-Karte kostet ca. 120$. Allerdings ohne Vertrag/Abo oder dergleichen. Damit kann man dann wirklich machen was man will und nicht selten verwenden Abenteurer alles, außer Facebook und Twitter 😉 . Datentransfer mit mobilen Satellitenlösungen ist, im Gegensatz zu stationären SAT-DSL-Alternativen, weiterhin recht teuer (zumindestens für Privatkunden) aber bei der Telefonie lohnt es sich tatsächlich bereits genauer hinzuschauen. Insbesondere für USA-Urlauber ist ein Iridium-Telefon für Gespräche nach Deutschland in den Abendstunden (es gibt noch Hauptzeit und Nebenzeit, wie „damals“ beim Handy) deutlich günstiger als das deutsche Handy mit Roamingvertrag.

    Ihr habt es sicher bemerkt, mein Urteil über den SPOT-Dienst fällt weniger positiv aus. Das liegt vor allem daran, dass ich einen recht guten und aktuellen Überblick über die verschiedenen Satelliten-Dienste bzw. Provider habe. Wer zum ersten Mal damit Berührung hat wird den SPOT-Dienst sicher als erstaunlich günstig und einfach ansehen, da die Satellitenbetreiber bisher alles andere als Privatkunden-freundlich sind/waren. Globalstar macht das ganz klug und springt auf den Android-Brand auf, wobei ganz klar gesagt werden muss, das man bereits bei anderen Lösungen völlig frei in der Wahl des Endgerätes ist, sei es Smartphone oder Laptop etc., Hauptsache Bluetooth oder USB.

  4. @z3ntn3l: Wow vielen Dank für den kleinen Einblick in die Welt der Satellitenkommunikation. Hätte ich gewusst, dass du dort auch so ein Spezi wie beim Thema Android bist, dann hättest von vornerein du den Artikel schreiben können 😉

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