DSL-Drosselung – Telekom wird abgemahnt

Seit 2. Mai 2013 gelten bei der Deutschen Telekom neue Tarifstrukturen. Hat der Nutzer ein bestimmtes Datenvolumen überschritten, wird die DSL-Geschwindigkeit gedrosselt. Bei Nutzern und Verbraucherschützern kam dieser Schritt gar nicht gut an – jetzt tritt die Verbraucherzentrale NRW in Aktion und mahnt die Telekom deswegen ab.

Mit den neuen Tarifen der Telekom hat man je nach gebuchter Geschwindigkeit ein bestimmtes Inklusiv-Volumen, ähnlich wie bei Smartphone-Tarifen auch. Ist dieses Volumen überschritten, wird die Geschwindigkeit auf schlappe 384 Kbit/sek reduziert. Wenn man bedenkt, dass VDSL-Kunden Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/sek versprochen werden, dann entspricht das einer Reduzierung um bis zu 99,2 Prozent.

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Zu viel, finden die Verbraucherschützer und mahnen die Telekom jetzt deswegen ab. Denn die auf 384 Kbit/s reduzierte Geschwindigkeit macht eine zeitgemäße Nutzung des Internets geradezu unmöglich. Nicht nur das Ansehen von Videos wird so zur Geduldsprobe, selbst der Versand von E-Mails mit kleinen Datei-Anhängen nimmt so Unmengen an Zeit in Anspruch.

Auch die Tatsache, dass der Telekom-eigene Dienst Entertain nicht zum Inklusiv-Volumen hinzugerechnet wird, andere Dienste wie Lovefilm, Watchever und Co. jedoch schon, stößt auf wenig Gegenliebe. So hat die Bundesnetzagentur auch bereits angekündigt, dass man sie Sachlage im Hinblick auf eine Verletzung der Netzneutralität prüfen werde.

Die Telekom hat bis zum 16. Mai 2013 Zeit, um eine Unterlassungserklärung abzugeben und damit die Klausel zur Drosselung rückgängig zu machen. Sollte das nicht geschehen, dürfte die Verbraucherzentrale NRW wohl Klage einreichen. Dann liegt es in der Hand eines Gerichts, ob die Telekom mit der DSL-Drosselung durchkommen wird oder nicht.

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