Überraschender Deal: Google verkauft Motorola an Lenovo

Es war die Überraschung des Tages, etwas, womit man so gar nicht gerechnet hatte und was aus heiterem Himmel kam: Google hat Motorola an Lenovo verkauft. Der chinesische Computer-Hersteller, zu dem unter anderem der Aldi-Technik-Lieferant Medion gehört, zahlt für Motorola 2,9 Milliarden Dollar an Google.

Google hatte die Handy-Sparte von Motorola erst im Jahr 2012 übernommen und damals 12,5 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt. Doch dem Internet-Riesen war es nicht gelungen, den angeschlagenen Mobilfunk-Pionier wieder zurück an die Spitze zu führen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sagte Google-Chef Larry Page, dass man sich lieber auf die Software Android als auf eigene Geräte konzentrieren wolle.

 Google-Motorola-Lenovo

Was zunächst klingt wie ein riesiges Verlustgeschäft könnte sich für Google dennoch auszahlen. Denn das wertvollste an Motorola sind die Patente, und davon hat das amerikanische Handy-Urgestein jede Menge. Die Patente verbleiben zum Großteil bei Google, nur ein Teil davon wird mit an Lenovo verkauft. Beobachtet man den Smartphone-Markt schon seit einer Weile, dann weiß man, dass Patente Gold wert sind. Viele Hersteller von Android-Smartphones wie beispielsweise Samsung oder HTC befinden sich im Dauerclinch mit Konkurrenten wie Apple oder Microsoft, und immer geht es um Patente.

Lenovo ist hierzulande für viele noch ein eher unbeschriebenes Blatt, obwohl das Unternehmen der größte PC-Hersteller der Welt und laut IDC mit 4,5 Prozent Marktanteil immerhin der fünftgrößte Smartphone-Hersteller ist. Durch den Kauf von Motorola soll der Marktanteil von Lenovo auf rund sechs Prozent wachsen, womit man Rang drei hinter Apple und Samsung – wenngleich auch mit deutlichem Abstand – einnehmen würde, berichten die Marktforscher von Strategy Analytics.

Der Erfolg von Lenovo im Smartphone-Bereich konzentriert sich derzeit noch fast ausschließlich auf China. Mit dem Kauf von Motorola will Lenovo auch in den USA und Europa Fuß fassen. Die Marke Motorola könnte dabei durchaus helfen – und das Know How und die Infrastruktur von Lenovo wiederum könnte auch für Motorola ein Schritt in die richtige Richtung sein. Gegenüber dem Wall Street Journal (WSJ) äußerte sich Lenovo-Chef Yang Yuanqing mit den Worten „Wir wollen ein Global Player im Smartphone-Bereich werden.“ Der Kauf von Motorola würde man als Abkürzung auf den amerikansichen Markt sehen, es soll wohl eine Art Türöffner sein. Noch müssen die US-amerikanischen und die chinesischen Behörden dem Kauf von Motorola durch Lenovo zustimmen, dann steht einer Übernahme nichts mehr im Weg.

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